Das Ziel des Shareholder-Value-Ansatzes ist in erster Linie die Bestands- und Überlebenssicherung des Unternehmens. Dabei stehen im Vordergrund:

* die Interessen der Kapitalgeber des Unternehmens
* eine kurzfristige Unternehmenswertsteigerung
* eine kurzfristige Gewinnmaximierung und -abschöpfung

Der Aufbau und der Erhalt der Erfolgspotentiale der Unternehmen sind dieser kurzfristig orientierten Unternehmenspolitik untergeordnet. Die Shareholder-value-orientierte Unternehmenspolitik wird häufig auch stabilitätsorientierte oder als konservative Unternehmenspolitik bezeichnet. Weitere Anmerkungen zum Shareholder-Ansatz sind:

* Die jeweiligen Inhalte strategischer Zielsetzungen werden in starkem Ausmaß von den politisch-rechtlichen Gegebenheiten und ethischen Moralvorstellungen eines Landes beeinflusst. Im US-amerikanischen Raum wird die Verantwortung von Unternehmen primär gegenüber den Aktionären gesehen. Dieses führt zu einer entsprechend hohen Bewertung des Shareholder-Value-Gedankens und einem eher kurzfristig geprägten Unternehmungsverständnis. Im europäischen Raum werden Unternehmen sehr viel stärker mit gesamtgesellschaftlichen Aufgaben konfrontiert.

* Die einseitige Zielkonzeption des Shareholder-Value-Ansatzes entspricht nicht den realistischen Gegebenheiten großer Unternehmen. Die Konzentration auf den Shareholder-Value führt zudem zu einer selektiven Informationswahrnehmung und – verarbeitung im Rahmen des strategischen Managements. Es werden nur solche Informationen als relevant erachtet, die sich auf den Aktionärsnutzen beziehen. Dieses verdrängt jedoch in der Tendenz das für das strategische Management wichtige Denken in Gesamtzusammenhängen.